Dr. Ophelia Nick BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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2. Runder Tisch Flüchtlinge

Ophelia NickOphelia Nick

Am 10.12.2015 – kurz vor Weihnachten – lud der Kreisverband gemeinsam mit der Kreisfraktion zum 2. Runden Tisch Flüchtlinge ein. Was hat sich seit dem letzten runden Tisch getan? Ähnlich der BAMF von der täglich in den Nachrichten berichtet wird, ist auch das Ausländeramt im Kreis Mettmann mit seinen Aufgaben überfordert: Sie kommen nicht mit der Arbeit hinterher und können weder schriftliche, telefonische oder persönliche Anfragen zeitnah und befriedigend beantworten.

Der Kreis hat reagiert und mit Zustimmung der GRÜNEN werden insgesamt 16 neue Stellen geschaffen, um die Belange von Ausländern, egal welcher Status, besser zu organisieren. Der Kreis Mettmann ist zudem Modellregion eines „INTEGRATIONPOINT“. Hier konnte Andreas neueste Informationen aus der Kreisflüchtlingskonferenz mitbringen. Sobald der Status der Flüchtlinge geklärt ist (Bleibeperspektive), wird ein Termin vereinbart und in Anwesenheit eines Dolmetschers Potentiale ermittelt. Die Fahrtkosten werden auf jeden Fall erstattet und es wird versucht, eine Rundumbetreuung zu erreichen.

Ziel ist eine gute und zügige Integrationsmöglichkeit wie die Anerkennung des Abschlusses, Weitervermittlung in Jobs und Hilfe bei Ausbildung und Spracherwerb. Wir GRÜNE begrüßen das ausdrücklich und werden die Arbeit des Points of Integration interessiert begleiten. Ein Thema, das uns alle betroffen machte, ist die Abzocke von Flüchtlingen. Betrüger bieten Flüchtlingen ihre Hilfe an und bringen sie um die letzten Ersparnisse. Auch nicht erlaubt ist Geld für Übersetzungen bei Behördengängen zu kassieren oder die zusätzliche Abrechnung von Nebenkosten bei Wohnungen.

Einen sehr spannenden Bericht gaben die Teilnehmer der Integrationskonferenz im Kreishaus. Eine der Aussagen war: Integration und nicht Assimilation ist das Ziel. Ja, wir akzeptieren andere Kleidung, Gebetsräume etc.. Wir akzeptieren aber nicht Geschlechterungerechtigkeit oder das eine Religion über die anderen gestellt wird. Dann kann Integration gelingen. Dieser Tag, der von der Verwaltung ausgerichtet wurde, hat einem Ausblick auf die Probleme gegeben (Salafismus), aber vor allem die Chancen aufgezeigt, wie Zusammenleben funktionieren kann.

FlüchtlingsthemaAnschließend erzählten alle von der aktuellen Situation ihrer Städte: Die meisten Städte beherbergen neben den registrierten Flüchtlingen in sog. NUKs unregistrierte Flüchtlinge. Das Engagement ist nach wie vor überwältigend, aber hier und dort wird auch von Erschöpfungen der Menschen, die sich um die Flüchtlinge kümmern, berichtet. Die Versorgung der Kinder und Jugendliche sollte besser werden, obwohl da von vielen tollen Ideen, wie ein Spielmobil usw. berichtet wird.

Nur der Monheimer Rat hat die Gesundheitskarte bewilligt. In allen anderen Städten wurde der Antrag zurückgezogen oder bekam keine Mehrheit, anscheinend aus Kostengründen. Da wir Zweifel an der ausreichenden medizinischen Versorgung von Flüchtlingen haben, werden wir das Thema weiter verfolgen und uns weiter in den Städten für die Gesundheitskarte einsetzen.

Als die größten Probleme wurden der knapper werdende Wohnraum und die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge von den Teilnehmern des runden Tisches benannt. Hierzu und zu weiteren Themen soll der runde Tisch Flüchtlingen wiederholt werden. Alle die Infos haben, sollen diese an das GRÜNE Kreistagsbüro schicken. Dort werden sie gesammelt und an alle weitergeleitet.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass das Engagement der Menschen im Kreis Mettmann überwältigend ist, wir haben 131 kleine und großen Initiativen, die sich um Flüchtlinge kümmern. Die Verwaltung versucht Ordnung ins Chaos zu bringen und kümmert sich um eine menschenwürdigen Behandlung und Unterbringung der Menschen. Diesen Menschen im Kreis Mettmann gilt unser großer Dank in diesem ereignisreichen Jahr 2015.

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Nachdenkliche Gesichter

privat und beruflich: 1973 geboren, Ruhrgebietskind, verheiratet, 4 Jungs. Nach dem Abi zum Biohof. Tierärztin, summa cum laude in Tierverhalten promoviert. Zurzeit Politikerin, Unternehmerin und Ehrenämter (Z.B. ABL e.V. NRW Vorsitz, Mehr Demokratie e.V., INGA Flüchtlingshilfe e.V, usw.) GRÜNE Funktionen: Mitglied im Landesvorstand NRW, Sprecherin BAG Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Mitglied in zwei LAGen und Votum von beiden. Sprecherin KV Mettmann, sachkundige Bürgerin in der Kreistagsfraktion, im Rat der Stadt Wülfrath und Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses.