Dr. Ophelia Nick BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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Demo gegen Bayer Monsanto am 28.04.2017

Ophelia NickOphelia Nick

Schon kurz vor 7 Uhr  haben wir uns vor den Toren von der Hauptversammlung von Bayer versammelt, um gegen die Übernahme von Monsanto zu demonstrieren.

Demo vor Bayer-HV

Mir geht es in erster Linie darum, dass die Menschen verstehen, wie der Ackerbau mehrheitlich auf der Welt mittlerweile vonstatten geht. Die Saat wird von immer weniger und immer größeren Firmen an die Landwirt*innen verkauft. Oft zusammen mit dem passenden Dünger und den passenden Pestiziden. Wenn die Länder es erlauben, ist es oft genverändertes Saatgut. Meist ist es jedoch Hybridsaatgut, dass man nicht wieder aussähen kann. Das Wissen, die Macht und vor allem die Abhängigkeit der Landwirtschaft von diesen Konzernen wächst so rasant. Die Unternehmen setzten dabei auf Wirtschaftlichkeit, das ist deren verständliches Geschäftsmodell.

Die Zivilgesellschaft muss sich jedoch dafür einsetzen, dass Saatgut in seiner Vielfältigkeit bewahrt wird. Wir brauchen für veränderte Gegebenheiten (z.B. Klimawandet) einen breiten genetischen Pool. Wir brauchen Saatgut, dass auch ohne Dünger und ohne das Wegspritzen unerwünschter Pflanzen gedeihen kann. Und wir dürfen beim Ackerbau nicht so viele „Unkräuter“ wegspritzen, denn unsere wilde Artenvielfalt ist dadurch dramatisch gefährdet. Viele Gräser und Insekten sind bereits ausgestorben. Monsanto ist durch die Produktion von Glyphosat für die schwindende Artenvielfalt mitverantwortlich.

Die Konzerne behaupten, dass ihre Arbeit den Welthunger besiegen kann, dem muss man energisch widersprechen. Wer eine wasser- und bodenschonende Anbauweise, die Fruchtfolge und eine Kreislaufwirtschaft mit einbezieht, betreibt eine nachhaltige Landwirtschaft. Dazu kommt, dass Hungerkatastrophen meist durch politische Krisengebiete mit dem Versagen rechtstaatlicher Kontrollen entstehen. Wirksame Maßnahmen sind eine vielfältige und wirtschaftlich wettbewerbsfähige Landwirtschaft in diesen Ländern aufzubauen. Teure genveränderte Pflanzen im Verbund mit Dünger und Pestiziden ist nun mal wirklich nicht die Lösung.

Kurz nach sieben Uhr heizt Gerhard Portz ein. 

Er stopft Stroh in den Ofen seines rostigen Kartoffeldämpfers, dann dicke Holzscheite, um das Wasser im Kessel zum Kochen zu bringen. Portz hat Kartoffeln von seinem Hof an der Mosel mitgebracht, er will Pellkartoffeln machen. Eine braune Wolke zieht aus dem hohen Rohr in Richtung des Zeltes, durch das später die Aktionäre des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer zur Hauptversammlung eingelassen werden. Portz ist kein Aktionär. Die Maschine ist sein Protest gegen die Übernahme des US-Konzerns Monsanto.

privat und beruflich: 1973 geboren, Ruhrgebietskind, verheiratet, 4 Jungs. Nach dem Abi zum Biohof. Tierärztin, summa cum laude in Tierverhalten promoviert. Zurzeit Politikerin, Unternehmerin und Ehrenämter (Z.B. ABL e.V. NRW Vorsitz, Mehr Demokratie e.V., INGA Flüchtlingshilfe e.V, usw.) GRÜNE Funktionen: Mitglied im Landesvorstand NRW, Sprecherin BAG Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Mitglied in zwei LAGen und Votum von beiden. Sprecherin KV Mettmann, sachkundige Bürgerin in der Kreistagsfraktion, im Rat der Stadt Wülfrath und Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses.