Dr. Ophelia Nick BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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Tiere in der Landwirtschaft – eine Frage der Haltung! BDK Antrag

Ophelia NickOphelia Nick

Wir wollen raus aus der agroindustriellen Sackgasse! Damit der Umbau der Landwirtschaft hin zu einer umwelt- und tiergerechten Landwirtschaft gelingt, müssen wir uns gemeinsam auf den Weg machen: Bäuerinnen und Bauern, Verbraucherinnen und Verbraucher, die Lebensmittelindustrie und der Handel, die Wissenschaft – insbesondere die Agrar- und Ernährungswissenschaften – und die Politik.

Im krassen Gegensatz zu den oft idyllisch anmutenden Werbebotschaften von Lebensmittelhandel und Agrarindustrie gibt es mittlerweile für über hundert Millionen Tiere in der Landwirtschaft im Laufe ihres kurzen Lebens keinen Tag, an dem sie ihrer trostlosen Stallhaltung entrinnen können.

Auf den Weiden sieht man immer seltener Kühe. Schafe, Ziegen, Schweine und Geflügel sind fast vollkommen aus der Landschaft verschwunden.

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Mit der Industrialisierung der Tierhaltung nahm der Konsum von Lebensmitteln tierischen Ursprungs drastisch zu. Tiere sind zum Stückgut geworden – wie Schrauben oder Nägel.

Eine gute Qualität einschließlich einer tiergerechten Haltung ist aber nicht massenhaft und billig zu haben. Hier fordern wir ein Umdenken zu mehr Tierschutz. Darauf müssen Zucht und Haltung ausgerichtet sein. Die Tiere sollen ihre arteigenen Verhaltensweisen ausüben können und die Zahl der Tiere muss eindeutig der bewirtschafteten Fläche angepasst sein.

Für gutes Essen und eine grüne Landwirtschaft, in der Tiere artgerecht leben können, brauchen wir einen Agrarmarkt, in dem die Landwirt*innen für gute Arbeit faires Entgelt bekommen. Dafür wollen wir Grüne die richtigen politischen Rahmenbedingungen setzen.

TIERHALTUNG

Die geltenden gesetzlichen Vorgaben bzw. die nicht vorhandenen Vorgaben erlauben eine qualvolle Enge im Stall und verhindern das Ausleben von artspezifischen Verhaltensweisen und Bedürfnissen.

Grüne Lösungen:

TIERGESUNDHEIT

Gute Haltungsbedingungen verbessern die Tiergesundheit und reduzieren den Tierarzneimitteleinsatz. Die Krankheiten entstehen vor allem durch Enge, Bewegungsmangel, Stress und der einseitigen Leistungszucht. Durch den häufigen Einsatz von Antibiotika entstehen zunehmend resistente Bakterien, die auch die menschliche Gesundheit gefährden.

Grüne Lösungen:

TIERZUCHT

Weltweit agierende Agrarkonzerne produzieren Tiere, die innerhalb kürzester Zeit besonders viel Fleisch ansetzen, besonders viele Eier legen oder eine große Menge Milch geben. Diese einseitige Selektion auf nur wenige Zuchtlinien zieht beträchtliche Folgen nach sich: Der ursprünglich zur Verfügung stehende Genpool wird unwiederbringlich eingeengt und die Tiere leiden unter massiven gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Grüne Lösungen:

Staatliche Forschungsunterstützung auf tierschutzgerechte Zuchtziele wie Lebensleistung, Gesundheit, regional angepasste Rassen konzentrieren
 

TIERFÜTTERUNG

Durch die Leistungszucht und nicht flächengebundene Tierhaltung werden Futtermittel, insbesondere Soja (zu 90 % genverändert!) und Getreide, nach Deutschland importiert. Allein für den Anbau für Soja nahm Deutschland im Jahr 2012 etwa 2,5 Millionen Hektar außerhalb der EU vor allem in Südamerika in Anspruch.

Grüne Lösungen:

TIERTRANSPORTE UND SCHLACHTUNG

Grüne Lösungen:

TIERSCHUTZ

Im Jahr 2002 wurde der Schutz der Tiere als Staatsziel in das deutsche Grundgesetz aufgenommen. Ein Tierschutzgesetz gemäß dem grundlegenden Auftrag des Grundgesetzes ist seit Jahren überfällig.

Grüne Lösung:

UMWELTSCHUTZ UND KLIMASCHUTZ

In der Intensivtierhaltung haben Gülle und Mist nicht mehr die Bedeutung eines hochwertigen organischen Düngers, stattdessen steht die reine Entsorgung der massenhaft anfallenden tierischen Exkremente im Vordergrund. Die Folge: Nitratbelastung des Grund- und Trinkwassers und die Zerstörung der Bodenfruchtbarkeit ganzer Landstriche.

Die globale Fleischproduktion verursacht international hohe CO2-Emissionen wie durch die Abholzung von Regenwald für Anbau von Futtermitteln, die Zerstörung von Moorböden und den hohen Transportaufwand.

Grüne Lösungen:

INFORMATION UND BILDUNG

Direkte Absatzbeziehungen zwischen den Landwirt*innen und den Verbraucherinnen und Verbrauchern werden heute immer seltener. Wissen über landwirtschaftliche Produktionsprozesse und über gesunde Ernährung verschwindet und damit auch die Wertschätzung von landwirtschaftlicher Arbeit und Erzeugnissen.

Die Art und Weise, wie wir uns ernähren und unser Essen produzieren hat aber Auswirkungen auf den gesamten Planeten.

Ernährungsbildung und klare Lebensmittelkennzeichnungen sind daher die Grundvoraussetzung für bewusste Kaufentscheidungen.

Grüne Lösungen:

Technischer Fortschritt und wissenschaftliche Erkenntnisse in der Tierhaltung müssen zuallererst zugunsten der Tiere und damit zum Schutz von Boden, Wasser und Klima eingesetzt werden, das nutzt letztlich der Gesundheit der Menschen. Ausschließlich betriebswirtschaftliche Kriterien auf Lebewesen anzuwenden ist unethisch.

privat und beruflich: 1973 geboren, Ruhrgebietskind, verheiratet, 4 Jungs. Nach dem Abi zum Biohof. Tierärztin, summa cum laude in Tierverhalten promoviert. Zurzeit Politikerin, Unternehmerin und Ehrenämter (Z.B. ABL e.V. NRW Vorsitz, Mehr Demokratie e.V., INGA Flüchtlingshilfe e.V, usw.) GRÜNE Funktionen: Mitglied im Landesvorstand NRW, Sprecherin BAG Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Mitglied in zwei LAGen und Votum von beiden. Sprecherin KV Mettmann, sachkundige Bürgerin in der Kreistagsfraktion, im Rat der Stadt Wülfrath und Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses.