Ziele

Auf dem Hof werden die Mittel zu unserem Leben hergestellt. Die Grundlagen für diese wichtige Arbeit muss verbessert werden, damit Bäuerinnen und Bauern auch den Ansprüchen der Gesellschaft genügen können. Dafür brauchen sie Land, fruchtbare Böden und auch ein Einkommen, damit Tiere und die umgebende Natur auch ein gutes Leben auf dem Hof habe. Und es gibt spannende neue Ansätze, wie Lebensmittel hergestellt, verarbeitet und gehandelt werden können.

Aus unterschiedlichen Perspektiven und mit unterschiedlichen Ansätzen kann bäuerliche Arbeit weiterentwickelt werden.
Schauen Sie sich um!

Saatgut

Das Projekt „Saatgut: Vielfalt in Bauern- und Gärtnerhand“ wurde im November 2017 von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. NRW gestartet und wird gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen. Ziel des Projektes ist, in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Bedeutung von Saatgut und Erhaltung von Nutzpflanzen-Vielfalt zu erhöhen. Bildungsveranstaltungen sollen eine Auseinandersetzung mit dem Saatgutmarkt und rechtlichen Bedingungen ermöglichen.

Bei Fortbildungen können sich LandwirtInnen und GärtnerInnen über Vermehrung und Saatgutaufbereitung weiterbilden. Wir möchten Möglichkeiten zur Erhaltung und Nutzung von nachbaufähigen, regionalen, gefährdeten und traditionellen Sorten vorstellen. Wir setzen uns für eine weitere Vernetzung von Sortenerhaltern und Züchtern in NRW ein. 

Wir bearbeiten regelmäßig Projekte wie das sehr erfolgreiche Projekt zum Leguminosenanbau, oder aktuell zum bäuerlichen Saatgut.

Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, kontaktieren Sie uns gerne, werden Sie Mitglied oder melden Sie sich für ein Probeabo der Bauernstimme an.

Zur Website SAATGUT : Vielfalt

Tiere in der Landwirtschaft

Als Tierärztin und Landwirtschaftsexpertin liegen Tiere mir am Herzen. Tiere als Familienmitglieder oder auch Tiere in der Landwirtschaft haben das Recht auf ein würdiges Leben. Der Mensch hat die Verantwortung für das Wohlergehen der Tiere. Dazu müssen die Rahmenbedingungen stimmen, es eine klare Rechtslage geben, damit der Mensch der Verantwortung gerecht werden kann. 

Im Rahmen meiner politischen Tätigkeit, aber auch als Gründungsmitglied „Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e.V.“ sowie Hofbesitzerin trage ich Sorge, dass die Tiere entsprechend ihres Wesens ein gutes Leben haben. In meinem Buch „Neue Bauern braucht das Land“ beschreibe ich, wie wir den Umbau der Nutztierhaltung bei Erhalt der tierhaltenden Betriebe schaffen können. Landwirtinnen und Landwirte können den Tieren nur bessere Haltungsbedingungen ermöglichen, wenn die Gesellschaft bereit ist, die Veränderung gemeinsam mit Ihnen zu gehen. 

Gründungsmitglied von Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft

Bodenpolitik

Bäuerlichen Betrieben eine Zukunft geben – Grund und Boden breit streuen – Eigentum als soziale Verantwortung verstehen.

Allein von 2006 bis 2015 stiegen die Kaufpreise von landwirtschaftlichen Flächen von Ackerland um 120 Prozent an. In den neuen Bundesländern haben sie sich mehr als verdreifacht, in Mecklenburg-Vorpommern sogar vervierfacht. Der Konzentrationsprozess nimmt in ganz Deutschland zu, denn Land ist zunehmend ein Spekulationsobjekt geworden. Die Übernahme von Flächen durch den Erwerb von Gesellschaftsanteilen oder ganzen landwirtschaftlichen Unternehmen verändert die strukturelle Agrarlandschaft. Gleichzeitig wächst der wirtschaftliche Druck auf jetzige und zukünftige Landwirt*innen, die durch Krisen und internationalem Handel befeuert wird. Wachsen oder weichen, sowie immer mehr monotone, spezialisierte Betriebe sind seit Jahrzehnten traurige Realität. In den letzten zehn Jahren haben 10 Prozent der Betriebe ihre Hoftore für immer geschlossen…

Eine Verbesserung der Agrarstruktur muss in neuen Landesgesetzen durchgesetzt werden. Eine soziale und ökologische Landwirtschaft kann nur bei einer gesunden Verteilung von Grund und Boden beginnen. Bäuerliches Wirtschaften braucht Grundlagen und diese dürfen nicht durch Landgrabbing verloren gehen!

Einstimmig auf der Bundesdelegiertenkonferenz in Bielefeld im November 2019 verabschiedet.

Zum Antrag: Bäuerlichen Betrieben eine Zukunft geben

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Eine zukunftsfähige Landwirtschaft braucht Boden als Ressource. Landwirt*innen sind diejenigen vor Ort, die Verantwortung für ihre Betriebe übernehmen und den ländlichen Raum beleben. Sie erzeugen Lebensmittel und das im besten Fall bei guter Bodenqualität, einer artenreichen Natur und ohne Belastung für Pflanzen, Tiere und Menschen. Der Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft und Agrarstruktur hat einen ökologischen, einen ästhetischen aber auch einen sozialen Wert und ist Gemeingut unserer Gesellschaft. Eigentümer*innen von Grund und Boden gehen somit auch eine soziale Verantwortung ein.

Der Erwerb von landwirtschaftlichem Grund und Boden wird durch das Grundstückverkehrsrecht (Grundstückverkehrsgesetz, Landpachtgesetz und Reichssiedlungsgesetz) geregelt. Die  Gesetze dienen dem Schutz land- und forstwirtschaftlicher Betriebe, dem Schutz von Natur und Umwelt und der Ernährungssicherung. Grundstückverkehrsgesetz und Landpachtgesetz sehen eine Genehmigung beim Verkauf oder Verpachtung landwirtschaftlicher Flächen durch die Landwirtschaftsbehörden vor. Entspricht z.B. ein Verkauf einer ungesunden Verteilung von Boden, z.B. durch den Erwerb durch eine(n) Nichtlandwirt*in, können Landwirtschaftsbehörden Widerspruch einlegen. Landgesellschaften machen daraufhin vom Vorkaufsrecht Gebrauch, erwerben diese Fläche und verkaufen an eine interessierte Landwirt*in weiter. Soweit die Theorie, denn in der Praxis sieht es leider anders aus.

Die Föderalismusreform im Jahr 2006 ermöglichte den Bundesländern das Grundstückverkehrsgesetz an regionale Gegebenheiten anzupassen. Dies hat nur Baden-Württemberg umgesetzt. Versuche in anderen Bundesländern sind bisher nicht erfolgreich gewesen. In Baden-Württemberg darf die Landgesellschaft eine Fläche kaufen, auch wenn es zu dem Zeitpunkt keine erwerbsinteressierten Landwirt*innen gibt. Da nicht immer sofort kaufwillige und liquide Landwirt*innen vorhanden sind, haben die Landesgesellschaften bis zu zehn Jahre Zeit, um die Flächen weiter zu verkaufen. Das vereinfacht die Ausführung des Vorkaufsrechts. Dies ist ein Anfang. Jedoch fällt durch den zweifachen Verkauf die Grunderwerbssteuer doppelt an.

Diskutiert wird auch eine Preisbremse: Derzeit kann der Verkaufspreis bei bis zu 150 Prozent des ortsüblichen Preises liegen, bevor die Behörden einschreiten können. Das ist zu hoch, wenn man den derzeit dramatischen Preisanstieg dämpfen und den wirtschaftlichen Druck von den Höfen nehmen will.

Zudem muss die größte Lücke im Grundstückverkehrsrecht dringend geschlossen werden. Der Erwerb von landwirtschaftlichen Flächen über den Kauf von Unternehmensanteilen, sogenannte Share Deals, ist im Grundstückverkehrsgesetz nicht geregelt. Nur so ist der skandalöse Kauf riesiger Flächen wie der von 2.000 Hektar durch die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft zu erklären. Der Anteil der Unternehmen im Eigentum überregionaler Investoren in den ostdeutschen Bundesländern liegt im Durchschnitt bei 34 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern sogar bei 41 Prozent. Da erst ab Anteilskäufen von 95 Prozent eine Grunderwerbssteuer für landwirtschaftliche Flächen anfällt, werden außerdem erhebliche Steuerverluste verursacht.

Das bestehende Grundstückverkehrsrecht genügt nicht, um den aktuellen Herausforderungen von Konzentration und hohen Preissteigerungen entgegen zu treten. Eine Neugestaltung des Grundstückverkehrsrechtes und die Anpassung agrarstruktureller Ziele sind deshalb notwendig. Die Bundesländer müssen sich für die einheitliche und ambitionierte Überarbeitung der Gesetze und die Durchsetzung der Genehmigungspflicht für den Erwerb von landwirtschaftlichen Flächen einsetzen. Die Bundesebene muss im Gesellschaftsrecht flankierend sicherstellen, dass Anteilskäufe an landwirtschaftlichen Unternehmen in den bodenrechtlichen Regulierungsrahmen und in das Genehmigungsverfahren aufgenommen werden können. Landwirtschaftliche Behörden sollten bei der Regulierung von Kauf- und Pachtpreisen und bei der Ausübung des Vorkaufsrechts unterstützt werden.

Deshalb fordern wir:

In den Ländern sollten die Agrarstrukturverbesserungsgesetze mit Nachdruck vorangetrieben werden. Dabei sind der niedersächsische und der Sachsen-Anhalter Gesetzentwurf eine gute Grundlage. Diese Gesetze sollten den Verkauf von landwirtschaftlichen Flächen über einen Prioritätenkatalog definieren. Dabei könnten beispielsweise ortsansässige bäuerliche Betriebe, die eigenverantwortlich den Hof führen, bevorzugt werden gegenüber außerlandwirtschaftlichen und überregionalen Kapitalinvestoren. Zusätzlich könnten beispielsweise gemeinwohlorientierte Eigentumsträger, junge Existenzgründer*innen, Betriebe mit besonders hoher Wertschöpfung, beim Flächen- und Betriebserwerb Vorrang haben. Dazu wäre es sinnvoll, genauer zu definieren, was es bedeutet, dass Landgesellschaften das durch Vorkaufsrecht erworbene Land „agrarstrukturverbessernd“ abgeben sollen.

Bei einem zeitweiligen Mangel an passenden Käufer*innen, sollten Länder trotzdem die Möglichkeit haben ein Vorkaufsrecht auszuüben. Zu dem Zwecke könnten die Verantwortlichkeiten der Landgesellschaften ausgebaut oder Treuhandgesellschaften gegründet werden, die Land aufkaufen und wieder verkaufen dürfen. Dabei soll die jeweilige Institution nur Vermittler sein und muss sich bemühen, die Fläche zügig wieder in bäuerliche Hände zu geben.

Junglandwirt*innen und Betriebsneugründungen müssen beim Vorkaufsrecht von landwirtschaftlichen Flächen gezielt bevorzugt werden. Schon länger fordern wir GRÜNE eine Einführung eines Bundesprogramms „Zugang zu Land – Chancen für neue Betriebe ermöglichen“ in Höhe von 5 Mio. Euro. Gefördert werden sollen Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs zu Land, zur Beratung bei Betriebsneugründungen, außerfamiliärer Hofnachfolge und neuen Finanzierungs- und Unternehmensmodellen wie z.B. Solidarische Landwirtschaft.

Durch überteuerte Kaufforderungen kann es für Landwirt*innen oder staatliche Institutionen unmöglich gemacht werden, Land zu erwerben. Deshalb sollten Pacht- und Kaufpreise für landwirtschaftliche Flächen durch Einführung eines Preisbremsenmechanismus gedrosselt werden. Beispielsweise könnte eine Preisobergrenze in Höhe von 120 Prozent der regionalen Durchschnittspreise eingeführt werden.

Die doppelte Grunderwerbssteuer beim Durchführen des Vorkaufsrechts sollte gestrichen werden. Es ist nicht hinzunehmen, dass die Grunderwerbssteuer, worauf bei Share Deals bislang verzichtet wird, auf der anderen Seite doppelt erhoben wird. Anteilskäufe an bodenbesitzenden Gesellschaften sollen grundsätzlich der Grunderwerbssteuer unterworfen werden.

Sehr wichtig und auch schnell zu implementieren ist ein deutschlandweites Monitoring der Pacht- und Kaufverträge durch die jeweiligen landwirtschaftlichen Behörden. Es sollte in der staatlichen Verantwortung sein, einen Überblick über die Verhältnisse von Grund und Boden zu behalten. Mithilfe eines Transparenzregisters sollten die oft verschachtelten Eigentums- und Anteilseignerverhältnisse landwirtschaftlicher Unternehmen statistisch erfasst werden, damit die Wirksamkeit eines Grundstückverkehrsgesetzes auch überprüft werden können.

Artenvielfalt

Artenvielfalt, was bedeutet das eigentlich? Denkt man da an den Eisbär, der mit dem Klimawandel kämpft, an das aussterbende Nashorn, an die Bienen? Wenn ich von Artenvielfalt spreche, dann meine ich die, wie wir in unserer Umgebung haben und die oft regional einzigartig ist. Ob es die gewaltige Masse an Kleinstlebewesen ist, die unseren Boden so fruchtbar halten, die Pflanzen unserer Natur, die Vögel, Insekten, Reptilien, Pilze, die alle zu einem gesunden Ökosystem gehören. Und dazwischen unsere gezüchtete Vielfalt von Ackerpflanzen, Obst und Gemüse, und unsere Haustiere. Auch da haben wir Menschen eine wunderbare Artenvielfalt, die uns ernährt und auch noch gut schmeckt. Die Kultur- und Wildpflanzen in einem ausgeglichenen Nebeneinander zu halten und dabei Nahrungsmittel produktiv zu erzeugen, ist die Herausforderung der Zukunft.

Der Pflanzensoziologe PD Dr. Hans-Christoph Vahle hat sich mit der Artenvielfalt der Wiesen und der verschiedenen Biotope in unserer Landschaft beschäftigt.

Weitere Informationen unter www.vegetationskun.de

Klima und Landwirtschaft

Landwirtschaft klimafreundlich und klimafest machen

Kein anderer Bereich ist so unmittelbar auf den Erhalt unserer Lebensgrundlagen angewiesen wie die Land- und Forstwirtschaft. Dieser Sommer hat erneut deutlich gemacht: Die Landwirtschaft ist schon heute sowohl Leidtragende als auch Mitverursacherin der Klimakrise – und für uns auch ein Teil der Lösung.

Unser Ziel ist ein klimaneutrales Landwirtschaftssystem, in dem nicht nur klimaschädliche Gase reduziert werden, sondern es zu einer langfristigen Kohlenstoffbindung in Boden und Bäumen kommt…

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Die Landwirtschaft produziert heute größtenteils nach Bedingungen, die in eine Sackgasse für Bäuerinnen und Bauern, für Umwelt und Klima führen. Das Motto ist „Wachse oder weiche!“, produziere also intensiver und billiger. Wir müssen dieses System grundsätzlich ändern, so dass ein umwelt-, tier- und klimafreundliches Wirtschaften sich eher lohnt als industrialisierte Landwirtschaft. Die Agrarpolitik der Bundesregierung wie auch die EU-
Agrarpolitik tun aber genau das nicht und leisten so ihren Beitrag, die Klimakrise anzuheizen. Immer mehr Landwirt*innen erkennen, dass dieser Weg in die Sackgasse führt. Gemeinsam mit den Bäuer*innen wollen wir zu einer standortangepassten Tierhaltung kommen.

Auch beim Ackerbau ist spätestens seit der Dürre 2018 klar, dass wir eine Strategieänderung brauchen. Wir wollen, dass Böden so bewirtschaftet werden, dass sie CO2 speichern und Wetterextreme abpuffern. Und wir wollen darauf hinwirken, dass widerstandsfähige Anbausysteme gefördert werden, um zukünftigen Wetterextremen besser trotzen zu können, etwa durch die Verbindung von Fruchtfolgen, die Verbesserung von Bodengesundheit und Bodenschutz oder Agroforstsysteme.

Unsere Ernährung trägt zu einem Fünftel zu unserer schlechten Klimabilanz bei. Vor allem der übermäßige Fleischkonsum ist hierfür verantwortlich. Global betrachtet verursacht die Erzeugung tierischer Lebensmittel mehr Klimagase als der gesamte Verkehrsbereich. Heute wandert ein Drittel der weltweiten Getreideernte in die Futtertröge. Klar ist: Die Produktion und der Konsum von Fleisch und anderen tierischen Produkten müssen sinken,
Dumpingpreise der Vergangenheit angehören. Unser Ernährungssystem muss umgebaut werden, damit ökologische, regionale und gesunde Ernährung der leichte Weg sind. Vom Kindergarten über Schulen bis zu Krankenhäusern soll die Gemeinschaftsverpflegung dementsprechend umgestaltet werden, soll die Lebensmittelversorgung in der Stadt und auf dem Land auf regionale Wertschöpfungsketten setzen und damit ihren Klimabeitrag leisten.

Maßnahmen für eine klimagerechte Landwirtschafts- und Ernährungspolitik:

Radikaler Umbau der EU-Agrarförderung (GAP) und Qualifizierung der Gelder der Europäischen Agrarpolitik: Öffentliche Gelder sollen qualifiziert und spätestens ab 2027 nur in öffentliche Leistung investiert werden. Gefördert werden soll dann nur noch eine klimagerechte und tier-, arten- und umweltschützende Landwirtschaft. Deutschland hat über den Europäischen Rat Einfluss und Möglichkeit, diesen Systemwechsel in der EU-Agrarpolitik einzufordern. Wir müssen alle bestehenden und sich durch die GAP-Reform ergebenden Möglichkeiten nutzen, um eine klimagerechtere Landwirtschaft voranzubringen.

Ausweitung des Ökolandbaus bis 2025 auf mindestens 25 Prozent der Fläche: Dafür wollen wir in den nächsten sieben Jahren eine Milliarde Euro Bundesmittel in den Ökolandbau investieren.

Umbau der industriellen Tierhaltung in tierschutzkonforme Haltung: Die Landwirtschaft soll ihre Tierhaltung tierschutz- und klimagerecht umbauen. Die Bestände sollen dabei reduziert werden, der Tierbestand soll flächengebunden sein und bis 2030 maximal bei zwei Großvieheinheiten pro Hektar liegen, perspektivisch noch darunter. Zusätzlich muss es Obergrenzen pro Standort, gerade auch für Geflügel, geben. Im Gegenzug soll es
eine Förderung für den Stallumbau geben. Damit reduzieren wir Methan- und Lachgas-Emissionen und schützen Regenwälder vor Abholzung für europäischen Fleischkonsum und -export. Diese Maßnahmen werden dazu führen, dass Fleisch teurer wird.

Tierhaltende Landwirt*innen, die die Tierhaltung aufgeben möchten, wollen wir dabei unterstützen. Sie sollen vor Ort Beratung in Anspruch nehmen können und bei der klima- und naturverträglichen Umnutzung der Flächen durch einen Bundesfonds unterstützt werden.

Verbot von Importen von Futtermitteln und Palmöl von gerodeten Flächen bzw. von Flächen, für die natürliche Ökosysteme zerstört wurden durch gesetzliche Regelungen im Rahmen des Waldaktionsplans auf EU-Ebene.

Stärkung des Anbaus heimischer, Eiweiß liefernder Futterpflanzen als Ersatz für Import-Soja.

Anpassung des deutschen Düngerechts an die Anforderungen der EU-Kommission für Klima-, Natur- und Wasserschutz: Wir wollen vor allem für ohnehin belastete Gebiete neben einem verbesserten Düngemanagement die Menge an Düngemitteln, die ausgebracht werden darf, deutlich begrenzen. Um die tatsächlichen Düngermengen sicher zu erfassen, soll ein Meldesystem für den Handel mit Stickstoff- und Phosphordünger eingeführt werden. Wenn das Ordnungsrecht nicht zeitnah Erfolge erzielt, soll ab 2022 eine Stickstoffabgabe erhoben werden.

Den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden sukzessive reduzieren und eine Pestizidabgabe einführen.

Fördern von Permakultur: Sie bietet höchste Produktivität auf minimalem Raum und ist gut für Böden und Humus.

Reduzierung der Fleischproduktion: Wir wollen über die Konsequenzen des Fleischkonsums aufklären und setzen uns für mehr Selbstverständlichkeit von vegetarischer und veganer Ernährung ein. Darum fördern wir ein größeres Angebot an vegetarischen und veganen Speisen in Schulen, Mensen und Kantinen. In allen öffentlichen Mensen und Kantinen, von Schulen über Krankenhäuser bis zu Behördenkantinen, muss es möglich sein, sich
bezahlbar vollwertig vegan zu ernähren.

Alternativen zu Fleisch aus pflanzlichen Zutaten werden künftig eine größere Rolle spielen. Die Weiterentwicklung solcher Alternativen halten wir für richtig und wichtig, denn sie eröffnen eine Perspektive, tierisches Eiweiß ohne Tierleid, Nitratbelastung und mit deutlich geringerer Klimabelastung herzustellen. Dies ist zudem ein Weg, um die Tierbestände zu reduzieren, die Tierhaltung zu verbessern und die Landwirtschaft zu extensiveren.

Förderung regionaler Produktion: Bei der Art und Weise, wie wir uns ernähren, setzen wir auf regionale Versorgungsstrukturen und Wertschöpfungsketten in der Stadt, auf dem Land und in der Gemeinschaftsverpflegung. Zugleich entwickeln wir nachhaltige Ernährungsstrategien, worüber auch der Ausbau des Ökolandbaus unterstützt wird.

Eindämmen von Lebensmittelverschwendung: Bis 2030 muss die Lebensmittelverschwendung halbiert werden – das ist eines der internationalen Nachhaltigkeitsziele. Um das zu erreichen, brauchen wir verbindliche Reduktionsziele für alle Stufen der Wertschöpfungskette und einen gesetzlichen Wegwerfstopp für Supermärkte und Lebensmittelproduzent*innen. Für lang haltbare Lebensmittel wie Nudeln oder Hülsenfrüchte wollen wir das Mindesthaltbarkeitsdatum aufheben. Handels- oder EU-Normen, die dazu führen, dass zu kleines oder unförmiges Obst und Gemüse gar nicht
erst die Supermarktregale erreicht, wollen wir abschaffen, Lebensmittelspenden erleichtern und Containern straffrei machen.

Wir brauchen Wälder, die der Klimakrise besser trotzen und dabei aktiven Klimaschutz betreiben. Sie sind unverzichtbar für den Klimaschutz. Der Aufbau eines naturnahen, gesunden Waldes kann viele Millionen Tonnen CO2 binden, bei nachhaltiger Nutzung des Holzes auch dauerhaft. Aktuell ist der Wald von der Klimakrise bedroht, das liegt auch an den Fehlern der Vergangenheit. Statt auf schnell wachsende Nadelholzplantagen zu setzen, brauchen wir jetzt naturnahe Mischwälder mit standortheimischen Baumarten. Durch den Dürresommer 2018 und die Hitzeperioden dieses Jahres erleben wir ein neues Waldsterben. Die Waldpolitik muss daher auf allen Ebenen umsteuern:

Umwandlung von Holzplantagen in naturnahe Wälder vorantreiben und ökologische Bewirtschaftung gesetzlich festlegen und fördern und den Erhalt sowie die Erhöhung des Anteils alter Bäume mit Fördermaßnahmen erreichen, Waldzukunftsfonds von einer Milliarde Euro für die nächsten Jahre als ersteFinanzspritze für den kranken Wald einführen; Förderung immer nach dem Prinzip „öffentliches Geld nur für öffentliche Leistungen“ ausgeben, Wiederbewaldung mit standortangepassten, heimischen Baumarten auf zerstörten Waldflächen, in Auen und Niederungen fördern mit Vorrang der Nutzung der Naturverjüngungs- und Naturaufwuchspotentiale, Ziele der UN-Declaration of Forests umsetzen,

Fünf Prozent, perspektivisch zehn Prozent Wildnis- und Naturwaldflächen im öffentlichen Wald bundesweit festschreiben, eine vergleichbare Größenordnung durch Förderung im Privatwald anstreben, Die wertvolle Ressource Holz muss effizient und nachhaltig genutzt werden, auch um zu
vermeiden, dass es zu vermehrtem Import von Hölzern kommt. Deshalb müssen der Verbrauch von Frischfasern und der Holzverbrauch für Paletten/Verpackungen in der Industrie stark reduziert werden. Dafür wollen wir die Kaskadennutzung fördern, in der Holznutzung für langlebige Produkte wie für den Bau und für Möbel an erster Stelle steht. Erst ganz am Ende einer Nutzungskette sollten kurzlebige Holz- und Papierprodukte entstehen oder Holz als Energieträger verbrannt werden. Die Nutzung von landbasierter Biomasse für energetische Zwecke darf nicht weiter ausgebaut werden. Die direkte Verbrennung von Frisch-Holz darf nicht weiter gefördert werden und muss zurückgehen. Heizungen mit Holz (fester Biomasse) müssen mit wirksamer Emissionsminderungstechnik entsprechend dem Stand der Technik (z.B. Partikelabscheider) ausgestattet sein, um negative Effekte auf die Luftqualität zu vermeiden.

Kohlenstoffsenke des Waldes erhalten durch Ausweisung von Naturwäldern verbunden mit einer Anpassung des jährlichen Holzeinschlags und der Förderung von Waldflächen mit natürlicher Waldentwicklung, um Anpassungsprozesse an die Klimakrise zu ermöglichen.

…und Moore auch.

Entwässerte Moore setzen Klimagase frei. Besonders landwirtschaftlich genutzte Moorböden, die zwar nur sieben Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Deutschlands ausmachen, emittieren 37 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft. Moorschutz würde daher auf die Fläche gerechnet überproportional hohe Einsparungen in den Treibhausgasen bedeuten. Daher ist Moorschutz wichtig und notwendig.

Moore renaturieren: Die schnelle Wiedervernässung von Mooren ist von überproportionalem Nutzen zur Einsparung von Treibhausgasen. Deshalb starten wir ein gemeinsames großflächig wirksames Moorrenaturierungsprogramm von Bund und Ländern und stoppen den Umbruch, die Entwässerung und die Zahlung von Agrarsubventionen für die Bewirtschaftung entwässerter Moorböden ab 2021. 50 Prozent des entwässerten Waldes sollen bis 2030 wiedervernässt werden.

Für alle bundeseigenen Moorflächen muss die Entwässerung sofort gestoppt werden.

Paludikultur, also die landwirtschaftliche Nutzung nasser Hoch- und Niedermoore, wollen wir als Landwirtschaft anerkennen und in die Agrarförderung aufnehmen. Dazu starten wir ein Investitionsprogramm und eine Klimaschutz-Flächenprämie.

Aus der Gewinnung von Torf wollen wir aussteigen und Torf durch erneuerbare Alternativen ersetzen.

Neue Bauern

Hier finden Sie bald innovative Beispiele von Höfen, aber auch von Unternehmen aus dem vor- und nachgelagerten Bereich, die den Herausforderungen des Klimawandels, Artenschutzes, Tierwohls und dem Erhalt von Höfen mit interessanten Lösungsideen begegnen.