Ein Ansporn für eine bessere Zukunft

„Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut“, das rufen uns die Fridaysforfuture-Kids zu – und liegen sie damit etwa falsch? 

Haben wir, die wir über 25 Jahre alt sind, nicht wirklich viel klimatechnischen Mist gebaut? Mit unseren Entscheidungen, was wir essen, wie wir mobil sind, wohin wir in den Urlaub fliegen, dass wir fliegen, zu der Situation beigetragen, die unsere Kinder zurecht auf die Straße gehen lässt?

Ich denke die Jugendlichen haben recht – und ich finde, wir sollten uns von ihnen zu zweierlei Handlungen anspornen lassen, um für uns alle eine bessere Zukunft zu erschaffen: Nämlich zum einen schädliche Dinge zu unterlassen – und zum anderen gute Ideen aufzugreifen und voranzutreiben.

 

Nur geborgt

Der Protest der Jugend zeigt uns in seiner Intensität und Lautstärke, wie ernst die Lage ist. Zu lange haben wir nicht hingesehen. Der Planet erhitzt sich unaufhaltsam und die Arten sterben in gewaltiger Anzahl aus. Daran gibt es nichts zu rütteln. Wir haben die Zukunft nur von unseren Kindern geborgt. Und das sollte uns dazu anspornen, möglichst die Dinge zu unterlassen, die dem Klima, der Umwelt und der lebenswerten Zukunft unserer Kids, Schaden zufügen.

Die Zeit drängt.

 

Noch besser machen

Mit derselben Intensität, mit der wir auf die Schäden blicken, die unsere Generation und die Generationen zuvor angerichtet haben, möchte ich aber die positiven Beispiele ins Blickfeld bringen. Denn ein schlechtes Gewissen bringt uns nicht weiter. Ich möchte gerne handeln. Was schlecht ist, lassen. Was gut ist, noch besser machen.

 

Wir können das Ruder herumreißen

Schauen Sie sich um, so finden Sie viele positive Beispiele, wo der Mensch gelernt hat, sich als Teil der Natur zu sehen und entsprechend zu handeln. Aus meiner Warte heraus, gerade auch durch verantwortungsvolle Landwirtschaft. 

So haben wir das Allgäu, die Eifel, den Odenwald, das alte Land. Wir haben die Provence, die Toskana, und noch viel mehr…. All diese Landschaften haben eines gemein: Sie wurden vom Menschen gestaltet, es sind Kulturlandschaften. Dort werden gesunde Lebensmittel erzeugt, es gibt eine schwirrende summende Artenvielfalt und durch Humusaufbau können Klimagase gebunden werden. Das ist nicht die unberührte Wildnis. Wir Menschen und Tiere sind mittendrin. Wir sind eben ein Teil der Natur.

Oder wenden Sie den Blick dahin, wo wir Menschen es erst einmal verbockt haben und dann tatsächlich das Ruder herumreißen konnten: Ungemein inspirierende Beispiele finden Sie in Tälern in Äthiopien und China, Gegenden, die früher übernutzt und entvölkert waren, weil sie keine landwirtschaftliche Grundlage mehr hatten. Heute sind diese Täler wieder erblüht durch Terrassen, Bäume und Sträucher und Tierhaltung. Der Hunger der Menschen wurde im Einklang mit der Natur besiegt. Der Grundwasserspeicher ist für mehrere Jahre gefüllt, da Wasser vom Boden aufgefangen und in tiefere Schichten geleitet wurde.

 

Die Zeit drängt

Wenn wir dem Anspruch unserer Kinder an uns gerecht werden wollen, dann sollten wir uns von den positiven Beispielen inspirieren lassen, in denen wir Dinge richtig angepackt haben. Gutes für die Natur, das Klima – und die Menschen bewirkt haben.

Natur- und Artenschutz muss nicht bedeuten, sich als Mensch komplett aus der Natur zurückzuziehen. Mit unserer Landwirtschaft sind wir Teil der Natur und können mit der richtigen Art und Weise sogar einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Ich finde diesen Gedanken inspirierend.

Was denken Sie? Was inspiriert Sie?

Ihre Ophelia Nick

PS. Mehr Informationen dazu bietet Hans-Christoph Vale, der Pflanzenflüsterer.

Vorheriger Beitrag
Wieso lernen wir Mathe, Philosophie, aber nicht woher das Essen auf unserem Teller kommt?
Nächster Beitrag
Wege in die Zukunft (…der Landwirtschaft)
Menü