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Mein Erleben, meine Mission

Ich werde oft gefragt, warum ich in die Politik gegangen bin. Da könnte ich viele Gründe anführen. Aber der wichtigste Antrieb liegt wohl in meiner Vergangenheit. Ich habe nämlich das erlebt, von dem viele heute noch sagen, dass es nicht möglich ist: dass Mensch, (Nutz-) Tier und Natur gut miteinander leben können. Und das ist etwas sehr Schönes.

Respekt ist die Basis

Ich war als Kind sehr oft auf den Höfen meines Großvaters. Da ging es nicht kuschelig zu, denn dort wurde ernsthafte Landwirtschaft betrieben. Aber eben eine Landwirtschaft, die den Tieren und dem Land gegenüber Respekt zeigt. 

Wahrscheinlich haben diese Höfe auch meinen starken Bezug zu Tieren geprägt. Mich interessierte schon immer sehr, wie es denen geht: meinen eigenen und den Tieren auf den Höfen. 

Deshalb habe ich auch meine Doktorarbeit in Tiermedizin damals über Tierverhalten und Tierschutz geschrieben. Denn das Leiden von Tieren hört nicht bei körperlichem Schmerz auf. 

Psychische Katastrophen

Wenn Sie jemals im Zoo waren und gesehen haben, wie sich zum Beispiel Eisbären von einem Bein auf das andere schaukeln, immer und immer wieder: Da sind im Vorfeld psychische Katastrophen passiert. Solche Stereotypien lassen sich auch vielfach in Ställen mit Massentierhaltung beobachten. 

Wenn ich von dem psychischen Leid der Tiere spreche, kriege ich immer wieder zu hören: Man kann doch Tiere nicht auf eine Stufe mit den Menschen stellen. Nein, kann man auch nicht. Aber viele sind hochsozial, wie wir auch. Und psychisches Leid empfinden sie genauso wie wir. Und ich bin der festen Überzeugung: Das dürfen wir Tieren nicht zumuten! 

Doch Tiere haben immer noch keine starke Lobby. Ich will das ändern.

Respekt ist möglich

Ja, die Lebensmittelproduzenten sagen: „Das geht nicht, denn wir müssen doch viel Nahrung erzeugen und den Menschen günstig anbieten können.“ Aber ich halte dagegen: Ich habe erlebt, dass es anders geht. Ich habe erlebt, dass wir Tiere zur Lebensmittelerzeugung halten können UND würdevoll mit ihnen umgehen. Ich habe erleben dürfen, dass sie mit gesundem Futter versorgt werden und in einer schönen Umgebung leben. 

Ich habe auch erleben dürfen, wie gut Nahrungsmittel schmecken, wenn sie frisch von einem ökologischen Acker kommen. Und wie gut es den Menschen geht, wenn sie auf diese Weise mit ihrer Umwelt umgehen, die Natur genießen und gesunde Sachen auf dem Teller haben.

Respekt ist nötig

Gesundes Tier, gesunder Mensch, gesunde Welt – das war mein Antrieb, Tiermedizin zu studieren. Das war mein Antrieb, meine Kinder in diesem Sinne zu erziehen. Und das ist mein Antrieb, mich in der Politik für die Rahmenbedingungen einzusetzen, die eine gute Art der Tierhaltung, der Landwirtschaft und der Ernährung ermöglicht und fördert. 

Denn es geht um unser aller Gesundheit und unser aller Zukunft. Wir haben es in der Hand, das, was ich als Kind Schönes erleben durfte, auch unsere Kinder erleben zu lassen. 

Dafür will ich mich einsetzen. Weil ich erlebt habe, dass es möglich ist.

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