Navigation überspringen
9c5c8df0-cf8d-4f42-9e12-d13d425a92d2
21.05.2026

Artikel im Agrar-Presseportal: Fachgespräch zeigt: Deutschland hat noch große Lücken bei der Ernährungssicherung

Artikel im Agrar-Presseportal:

Fachgespräch zeigt: Deutschland hat noch große Lücken bei der Ernährungssicherung

Berlin (agrar-PR) – Zum heutigen Fachgespräch zur Ernährungssicherung in Krisen und Katastrophenfällen erklärt Ophelia Nick, Sprecherin für Landwirtschaftspolitik der der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

„Das Fachgespräch hat deutlich gemacht, dass Ernährungssicherung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden muss. Es geht nicht nur um Lebensmittelproduktion, sondern genauso um Wasser, Energieversorgung, Transport, Logistik, Sicherheit und funktionierende Kommunikationswege. Krisen treffen nie nur einen Bereich allein und genau deshalb müssen wir Vorsorge umfassend denken.

Einigkeit bestand darin, dass es in Deutschland an einer übergreifenden Koordinierung zwischen Bund, Ländern, Kommunen und den verschiedenen Akteuren der Ernährungswirtschaft fehlt. Viele Akteure denken Krisenszenarien bereits mit und treffen Vorkehrungen. Jedoch sind Zuständigkeiten, Ansprechpartner und Abläufe zwischen den Akteuren für den Krisenfall nicht ausreichend geklärt. Gerade bei komplexen Lagen braucht es aber schnelle Abstimmung und einen verlässlichen Austausch von Informationen.

Deutlich wurde auch: Einzelmaßnahmen reichen nicht aus. Ernährungsvorsorge gelingt nur, wenn Staat, Landwirtschaft, Lebensmittelhandwerk, Ernährungswirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel dauerhaft zusammenarbeiten und sich gemeinsam auf unterschiedliche Szenarien vorbereiten. Ob Stromausfall, Wasserknappheit, Cyberangriff oder unterbrochene Lieferwege: Unterschiedliche Krisen verlangen unterschiedliche Antworten.

Resiliente Versorgung entsteht nicht durch maximale Konzentration auf wenige Strukturen, zentrale Koordination mit dezentralen Versorgungsstrukturen sind der Königsweg. Vielfalt ist ein Sicherheitsfaktor. Regionale Verarbeitung, starke handwerkliche Betriebe, mehrere Lieferketten und verlässliche internationale Partnerschaften machen unsere Versorgung widerstandsfähiger.

Jetzt kommt es darauf an, feste Koordinierungsstrukturen aufzubauen und Krisenvorsorge dauerhaft als gemeinsame Aufgabe von Staat und Wirtschaft zu organisieren. Gute Vorbereitung entsteht nicht erst im Ernstfall, sondern lange davor.“

Niklas Wagener MdB, Mitglied im Verteidigungsausschuss und Obmann im Agrarausschuss, ergänzt:

“Ernährungssicherheit ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten haben uns vor Augen geführt, dass die Nahrungs- und Lebensmittelversorgung zunehmend zu Instrumenten strategischer Machtpolitik werden. Häfen werden blockiert, Handelsrouten bedroht, Energiepreise destabilisiert und Lieferketten gezielt unter Druck gesetzt.

Auch wenn Krisen oft weit entfernt entstehen, wirken sie sich, direkt auf die Produktion, den Transport und Versorgung vor Ort aus. Das bedeutet nicht, dass wir in Deutschland Hunger befürchten müssen. Aber wir sehen sehr klar, wie verwundbar hochvernetzte Gesellschaften geworden sind und dass wir heute anfangen müssen, widerstandsfähiger zu werden. Deshalb fordern wir einen Resilienztag und einen Operationsplan Ernährungssicherheit.”

Artikel im Agrar – Presseportal

Aktuelles

Weitere Beiträge