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01_Gesprächsabend_Statutenhof
17.09.2026

Ein Hof und elf Geschwister. Der stille Abschied vom bäuerlichen Leben in Deutschland

Ein Hof und elf Geschwister.

Der stille Abschied vom bäuerlichen Leben in Deutschland

Was wir aus dem Wandel der Landwirtschaft für die Zukunft lernen können

Gesprächsabend mit Prof. Dr. Ewald Frie, Dr. Ophelia Nick und Paul-Christian Küskens auf dem Stautenhof

Wie sehr hat der Strukturwandel die Landwirtschaft und das Leben auf dem Land verändert? Und was können wir daraus für die Zukunft lernen? Diese Fragen standen bei einem Gesprächsabend auf dem Stautenhof in Willich im Mittelpunkt.

Anlass war das Spiegel – Bestseller „Ein Hof und elf Geschwister. Der stille Abschied vom bäuerlichen Leben in Deutschland“ des Historikers und Autors Prof. Dr. Ewald Frie. Anhand der Geschichte seiner eigenen Familie beschreibt Frie den tiefgreifenden Wandel des bäuerlichen Lebens im 20. Jahrhundert und zeigt, wie sich Veränderungen auf den Höfen, in den Familien und in den Dörfern gegenseitig bedingt haben.

Gemeinsam mit Ewald Frie diskutierten die Bundestagsabgeordnete und agrarpolitische Sprecherin von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Dr. Ophelia Nick und Paul-Christian Küskens, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Krefeld-Viersen, darüber, welche Entwicklungen bis heute fortwirken und welche Rahmenbedingungen Landwirtschaft und ländliche Räume für die Zukunft brauchen.

„Der Blick zurück macht deutlich: Landwirtschaft verändert sich nicht isoliert. Wenn Höfe verschwinden, verändert das ganze Familien, Dörfer und Regionen. Deshalb müssen wir bei der Landwirtschaftspolitik immer auch die Menschen und die ländlichen Räume mitdenken. Wir brauchen Rahmenbedingungen, die bäuerlichen Betrieben eine Perspektive geben und gleichzeitig den gesellschaftlichen Wandel gestalten“, so Dr. Ophelia Nick.

Der Abend machte deutlich, dass der Strukturwandel nicht nur eine Frage von Betriebsgrößen und wirtschaftlichen Kennzahlen ist. Mit ihm haben sich auch Familienstrukturen, Arbeitsweisen und das soziale Leben auf dem Land verändert. Viele dieser Entwicklungen prägen die Landwirtschaft bis heute.

Für Nick ist deshalb der Blick auf die Geschichte auch eine wichtige Grundlage für die aktuelle Debatte:
„Wer die Zukunft der Landwirtschaft gestalten will, muss verstehen, wie wir hierhergekommen sind. Ewald Frie bringt diesen Wandel anhand seiner eigenen Familiengeschichte sehr persönlich und anschaulich auf den Punkt. Genau solche Gespräche brauchen wir: zwischen Wissenschaft, Landwirtschaft und Politik und vor allem mit den Menschen, die auf dem Land leben und arbeiten.“

Im anschließenden Austausch ging es unter anderem darum, welche Lehren aus den vergangenen Jahrzehnten gezogen werden können und welche politischen Rahmenbedingungen notwendig sind, damit Landwirtschaft auch künftig wirtschaftlich tragfähig ist und ländliche Räume lebendig bleiben.

Der Gesprächsabend auf dem Stautenhof bot damit nicht nur einen Blick zurück auf den Wandel des bäuerlichen Lebens, sondern vor allem Anlass, über die Zukunft der Landwirtschaft und des ländlichen Raums zu sprechen.

Artikel Rheinischer Spiegel

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